Unterwegs im Grenzbereich


Als Weltreisender ist die Überschreitung von Grenzen eine Notwendigkeit. Ob es dabei um persönliche oder um geografische Grenzen geht ist egal: Beides kann immer wieder eine Herausforderung oder gar eine Unmöglichkeit sein. Wir sind gespannt wie Martin Leonhardt in den nächsten Monaten klarkommt. Das Abenteuer ruft! (Der aktuellste Artikel steht immer oben)

Die letzten Tage waren mehr als kunterbunt - oder eigentlich sind es ja schon wieder Wochen. Nachdem ich die Pyrenäen verlassen hatte folgte meine Reise "Entlang Grenzen" noch bis Bilbao den Straßen entlang der Nordküste Spaniens. Es war schön nach all der Zeit wieder einen Blick auf das Meer werfen zu können. Der Atlantik - kalt - rau - wie man ihn kennt. Für mich immer ein Ort für Ruhe und Zeit etwas in sich zu gehen. Die Sonnenuntergänge waren meist tiefrot und von dicken Wolken begleitet.

Ein Traum für mich aber natürlich auch für viele andere spanische Touristen, die zu jener Zeit ihre Sommerferien an den kühlen Küsten des Nordens verbrachten... Deswegen, und auch um ein paar Freunde in Madrid zu besuchen, hatte ich mich auf eine Fahrt in das Zentrum von Spanien aufgemacht. Breite Autobahnen, viel Landwirtschaft und Industrie sind für gewöhnlich keine gute Prognose den Traum von Freiheit, unberührter Natur und schönen Landschaften zu folgen. Aber ich war mehr als überrascht als ich entlang endloser Sonnenblumenfelder fahren durfte, die sich später in eine abgeerntete Landschaft aus Strohballen und so manchen Überraschungen in Form von unbekannten Bergen und großen Stauseen wandelten. Feinste Schotterpisten für Maja von Touratech muss man allerdings suchen, sie kommen einem nicht automatisch entgegen.

Mit etwas geschicktem Studium der Karten kann man sich aber dafür die Offroad Abenteuer regelrecht selber dosieren. Mit dem Wissen im Notfall immer wieder auf meist kurvenreiche Landstraßen ausweichen zu können, hat das eigentlich auch seinen Charme und macht so eine Reise durchaus entspannter. In diesem Sinne ist es in dem Europa, welches ich bis jetzt kennenlernen durfte, immer ein Abseits von befestigten Straßen fahren "können" und nicht "müssen".... Und von müssen und eigentlich nicht mehr wollen könnte ich euch auch noch ganz andere Geschichten erzählen...

Andorra - eines der kleinsten Länder Europas - hat tatsächlich nur wenige Straßen für ausgiebige Motorradtouren zu bieten. Maja von Touratech mag sich hier schnell langweilen. Allerdings findet man mit etwas Spürsinn auch hier kleine Gebirgsstrassen die einen traumhaften Blick über die Berge der Pyrenäen bieten.

Die Nacht im Land hatte ich auf knapp 3000 Metern verbracht und es war bis jetzt mit Abstand auch die kälteste meiner „Entlang Grenzen“ Reise. Zur Nacht war das Thermometer sogar unter die 0° gesunken. Dumm wenn man dann auch nur einen dünnen Sommerschlafsack dabei hat und so habe ich mitsamt aller Klamotten in den engen Sack verkrümelt.

Wenn der Frost dann aber trotzdem so langsam durch die Ritzen kriecht freut man sich schon auf den Sonnenaufgang und tatsächlich hilft es auch dabei früh aus den Federn zu kommen. Die Nacht zu Vollmond war aber trotzdem absolut herrlich und auch die kleine Offroad Passage zum Morgen (6 Uhr) hat der Strapazen der eisigen Nacht entlohnt... Schön wenn es immer mal wieder Überraschungen gibt. Auch hatte ich noch nie zuvor so einfach ein neues Land zu meiner Liste der bereisten Länder hinzufügen können.„Keep on riding“

Es war klar - irgendwann wird sie kommen - die letzte Nacht in den Pyrenäen. Knapp zwei Wochen meiner "Entlang Grenzen" Reise hatte ich die Berge und Landschaften der Gebirgskette um Frankreich und Spanien erkundet. Dabei durfte ich tolle Natur, durchaus auch "unberührte" Landschaften und natürlich für Maja auch tolle Kurvenpisten finden.

Die Nächte waren kühl und somit freute ich mich danach auf die Küsten im Norden von Spanien. Dort war es mir der Sommertouristen (Meist Spanier) dann allerdings doch zu viel und kurzerhand habe ich mich dazu entschlossen doch noch einen Abstecher nach #Madrid - und somit in das Zentrum von Spanien zu machen.

Die Kälte ist nun endgültig verzogen und mit Tagestemperaturen um die 36° Grad bekommt man einmal ein richtiges Feeling für die große und vielfältige Stadt. Nun kann sich Maja erstmal ein paar Tage ausruhen, bevor uns die Straßen weiter in Richtung Portugal führen werden... Derweilen darf ich mich mit den doch strengen Regeln aufgrund der Pandemie beschäftigen und ich bin schon sehr gespannt, wie die Menschen hier vor Ort mit dem Thema umgehen. Bis jetzt konnte ich seit der Grenze zu Andorra einen zwar strengen - aber auch einsichtigen Umgang mit dem Thema feststellen...

Ich werde oft gefragt wie ich auf meinen Reise "immer diese schönen Campingplätze" finde. Kürzlich hatte mir ein Follower auch geschrieben ob es dafür "einen Trick geben würde!".

Nun gut - einen Trick gibt es vielleicht schon - aber der hat nichts damit zu tun solche schöne Orte schnell und einfach zu finden. Der hat damit zu tun der Welt offen entgegen zu fahren! Ich verlasse mich dabei meist auf mein Bauchgefühl und orientiere mich anhand der nahegelegenen Umgebung. Zum Beispiel überlege ich wie die Sonne zum Sonnenuntergang stehen wird und welcher kleine Weg mich vielleicht zum unbekannten Ziel bringt. Manchmal ist es auch ein Regenbogen der einem den Weg weißen will. Dafür mag ich es mit dem Motorrad zu reisen und auch mit Maja von Touratech lassen sich schwierige Passagen ja zum Glück hervorragend erkunden. Es klappt nicht immer - aber mit etwas Erfahrung doch sehr sehr gut. 

Vielleicht wird man nach knapp 200.000 KM Reisen mit dem Motorrad auch ein Spezialist darin - wer weiß! Bei jedem Kilometer den ich so erkunden darf fühle ich mich ein klein wenig wie Alice im Wunderland und freue mich über jede winzige Schönheit um so mehr. Denn schließlich gehören auch die kleinen Dinge entlang des Weges zu einer intensiven Reise. Mit offenen Augen fahre ich durch die Welt, bin unvoreingenommen, habe keine großen Erwartungen und nehme einfach auf was vor meiner Nase liegt. Wenn man dann solche besonderen Orte wie jenen hier in der Nähe von #Carcassonne findet kann man sich dabei fast schon wie ein Pionier fühlen.

Wenn ich eines an der #Provence liebe, dann sind es die kleinen Städtchen die meist etwas versteckt im Inland liegen. Ich kann Stunden damit verbringen mich mit Maja durch die engen Wege zu zwängen, die tatsächlich auch von Autos genutzt werden. Manchmal sind dabei die Steigungen schon sehr abenteuerlich und kurvenreich. Motorradabenteuer einmal anders!

Mancherorts werde ich auch mit komischen Augen begutachtet, wenn ich das Motorrad stehen lasse, um mein Stativ für ein schönes Motiv auszurichten. Dann erkläre ich den Einheimischen meist, dass ich nur ihre "Belle Ville" liebe und eben ein Foto machen möchte. Danach folgt den verdutzten Blicken immer ein freundliches Lachen. ;-)

Auf meiner Tour "Entlang Grenzen" habe ich sicherlich schon dutzende dieser Städtchen auf den Hügeln besucht und die Namen kann ich mir alle gar nicht mehr merken. Das hier ist allerdings "Le Bar Sur Loup", welches mir sicherlich lange in Erinnerung bleiben wird. Allerherzlichst wurde ich dort nämlich von einer netten Familie eingeladen, wir hatten ein traumhaftes - typisch französisches - Abendessen und eine Aussicht hinunter ins Tal, die keine Wünsche mehr offen lässt.... Aber diese Geschichte erzähle ich dann einmal an einer anderen Stelle...

"Immer den Träumen hinterher!"

Nach meinem letzten Post von einem Campingplatz könnte man schnell leicht verwöhnt sein. ;-) Tatsächlich findet man solche Traumorte, wie jenen in der Alpen von Italien und Frankreich doch eher selten und nur mit einigem abenteuerlichen Aufwand. Fast täglich begebe ich mich auf die Suche nach solchen Orten.

Meine Reise durch Europa hat mir allerdings in den ersten zweieinhalb Wochen auch gezeigt, wie viel enger wir alle zusammen leben. Wenn ich hier z.B. an meine Zeit in der Atacama Wüste zurück erinnere, oder die Fahrt bis an die Arktische Küste in Kanada, sind hier die Verhältnisse doch ganz andere. "Wildcampen" ist vielerorts zwar geduldet - aber leicht wird es einem nicht unbedingt gemacht.

Dennoch freue ich mich auch sehr, wenn es einmal ein schönes Plätzchen in der nähe einer Stadt gibt, welches man völlig frei benutzen darf. Eine Bank, Schatten ist dabei schon Luxus - Wasser ist noch immer das wichtigste. Solche Orte, wie jener hier in der nähe von Monte Blanc, fanden sich tatsächlich öfters in den Alpen... Da ich nun schon ein Stück weiter an der Küste bin sieht es allerdings weitaus schwerer aus. Oftmals fehlt der Zugang zu der Küste und diese Zeilen schreibe ich euch tatsächlich einmal aus einem Hotel in der Nähe von Marseille. (Auch komisch - wegen Corona niemand da)

Nächte im Freien sind für mich zum einen ein Stück weit Abenteuer und das Leben, dass ich mir als Globetrotter im Sinne von "Freiheit" vorstelle. Natürlich trägt es auch dazu bei die Reisekasse nicht im Übermaß zu belasten und ohne jene Nächte wäre mir mein momentanes Projekt "Entlang Grenzen" überhaupt nicht möglich...

Schöner ist es natürlich, wenn man zur Nacht einsam in den Sternenhimmel blicken kann, wenn der Wind am Zelt rüttelt, vielleicht ein paar Regentropfen auf die Plane platschen und man langsam und gemütlich in seinem Schlafsack in das Traumland eindringt...

Wenn dem nicht so ist kann das Reiseleben aber auch mit ein paar Nudeln, Gemüse, einem guten Buch und na ja - mit einem schönen Motorrad vor dem Zelt schön sein...

Hier einmal ein paar Bilder von meiner gestrigen Fahrt in die französischen Berge. Eigentlich war ich an diesem Teil der Alpen schon zum Morgen vorbei gefahren. Durch eine zufällige Begegnung (Bald mehr dazu) führte mich allerdings der Weg wieder zurück und eine ziemlich anspruchsvolle Schotterpiste hinauf ins Unbekannte.

Obwohl ich schon wusste, dass die Route sehr wahrscheinlich nicht ganz befahrbar ist, folgte ich dem Weg bis nur wenige hundert Meter unter den Gipfeln der nahen Berge. Während der Fahrt war alles ziemlich bewölk und ich wusste nicht wirklich wohin die Reise überhaupt führen soll. Erst in den letzten Minuten zog der Nebel vorbei und ich konnte einen Blick auf das Tal und die Gebirgsketten in der Ferne erhaschen. Kurzerhand entschloss ich mich dann auch gleich vor Ort zu bleiben...

Es war ja schließlich schon spät und ohnehin stand ja noch die Mission mit Neowise aus. Seit Tagen jage ich den Kometen zur Nacht nun hinterher und es soll einfach nicht klappen. Entweder ist es zu bewölkt oder die Sicht in den Norden einfach nicht gegen... Ich bin sehr gespannt ob das überhaupt noch was wird, denn lange ist er ja nicht mehr zu sehen...

Aber was solls - einmal mehr zeigt sich das Zufälle oftmals die schönsten Momente im "Outdoor" hervorzaubern... Die Aussicht und auch die kleinen Naturschönheiten waren wirklich unglaublich schön. Danke an Touratech-Nord für das spontane Offroad Abenteuer zurück von Italien nach Frankreich und Touratech für Maja - die mir so langsam ja richtig ans Herz wächst...

Martin Leonhardt unterwegs mit der World Travel Edition von Touratech

Schon seit seiner ersten Motoradreise ans Nordkap im Winter 2011 ist Martin Leonhardt mit Ausrüstung von Touratech unterwegs. Bekannt wurde er mit dem Fotobuch "Freiheit", das seine über 100.000 km auf der KTM durch Südamerika dokumentiert.
Die letzte Tour von Vancouver nach New York wurde durch Grenzschliessungen aufgrund des Corona Virus unmöglich.
Die nächsten vier Monate wird Martin mit der BMW R 1200 GS Touratech World Travel Edition in Europa unterwegs sein. Dieses Projekt heisst "Entlang Grenzen" und neben spannenden Naturmotiven sind es vor allem seine emotionalen Portraits, mit denen Martin packende Geschichten menschlicher Begegnung erzählt. Wir freuen uns jetzt schon auf die abenteuerlichen Reiseberichte!

#freiheitenwelt

Kategorie: News, Adventure | Travel